Archiv für Juli 2012

Die Uni Bremen ist exzellent.

Glückwünsche zum Sieg im Exzellenzwettbewerb

Wir gratulieren der Universität Bremen zu ihrem überraschenden und wohlverdienten Sieg in der Exzellenzauswahl.
Neben dem Erfolg unserer eigenen Universität freuen wir uns ebenso, dass die meisten Universitäten aus der Konkurrenz es nicht geschafft haben. Sowohl gegen Alteingesessene, deren förderbedürftige Forschungsprojekte jetzt brachliegen, als auch gegen Newcomer, für die die ganze Antragsarbeit jetzt umsonst war, haben wir uns durchgesetzt. „Ambitioniert und agil“ hat unsere Uni den richtigen Weg beschritten. In ihrer 40-jährigen Entwicklungsgeschichte hat sie sich gegen Sozialschmarotzer (Streichung des Studiengangs Behindertenpädagogik) und politisch gesteuerte Irrfahrten durchgesetzt, die unserer Uni den Ruf als „Rote Kaderschmiede“ verschafften und ihr deshalb lange geschadet haben. Das Erfolgskonzept, eine konkurrenzfähige Organisation zu schmieden, ist aufgegangen. Sich jetzt auf den Lorbeeren auszuruhen wäre allerdings ein Fehler und auch wir halten es für wichtig, sich jetzt „dauerhaft in der nationalen und internationalen Spitze [zu] etablieren“. Weil wir unsere Universität unterstützen, haben wir einige Vorschläge gesammelt, die dabei helfen sollen:

1. Eliten unter sich: Bestehende Kooperationen mit anderen Elite-Universitäten sollten gefestigt und weitere Partnerschaften, insbesondere zu internationalen Spitzen-Universitäten wie Yale, Harvard, Berkeley, Oxford, ENS, etc. sollten ausgebaut werden. Dazu gehört, sich von nicht-exzellenten Hochschulen abzugrenzen, gegenwärtige Kooperationen mit Hochschulen, die nicht zu den Besten (der Besten der Besten …) gehören, müssten beendet werden.

2. Relativer Reputationsgewinn: Alle Mitarbeiter*innen der Universität Bremen sollten zu einem anderen Zitierverhalten aufgefordert werden. Anstatt aus Arbeiten von unkonventionellen Professoren zu zitierten, sollte der Fokus auf Arbeiten der Elite-Professoren*innen (Uni Bremen, TU München, Heidelberg, Dresden usw.) liegen. Damit sorgen wir dafür, dass die Reputation nicht-exzellenter Universitäten weiter sinkt; relativ gesehen steigt damit die Eigene – einfache Mathematik.

3. Aktive Anwerbung von Jungwissenschaftler*innen: Das Vorhaben „junge Spitzenwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler aus aller Welt anzuziehen“ ist löblich, jedoch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Gute Arbeitsbedingungen alleine reichen nicht, die Spitzenkräfte müssen auch informiert werden. Deshalb sollte die Universität professionelle Headhunter engagieren, die „ambitioniert[e] und agil[e]“ Wissenschaftler*innen mit lockeren und modernen Sprüchen – „Eure Uni ist scheiße, die Uni Bremen ist geil, weil exzellent „– davon überzeugen, an die Universität Bremen zu wechseln.

4. Kernkompetenzen ausbauen: Wir finden es begrüßenswert, dass die Universität sich in ihrem Zukunftskonzept bereits auf einige Schwerpunkte festgelegt hat und sind der Ansicht, dass Fachbereiche, die sich in diesen Forschungsschwerpunkten nicht wiederfinden, auch weniger stark gefördert werden sollten. Beispiele wären der Fachbereich 9 Kulturwissenschaften, der ausschließlich Orchideen- und Origami-Fächer beherbergt. Das gleiche gilt für Wirtschaftswissenschaften, da sie die Finanzkrise mit ihren neoklassischen Modellen weder voraussagen noch erklären konnten. Hier ist Sparpotential vorhanden. Freiwerdende Mittel können dann in die Schwerpunkte wie beispielsweise Rüstungsforschung umgeleitet werden.

Hochachtungsvoll, euer schon immer exzellenter SDS Uni Bremen