Vom 13.-17. Juni finden die Studierendenratswahlen an der Uni Bremen statt. Hier findet ihr Infos zu unseren thematischen Schwerpunkten:

• Anwesenheitspflicht
• Kritische Wissenschaft
• Studentische Hilfskräfte
• Studienhonorar

Anwesenheitspflicht
An der Universität Bremen gibt es keine prüfungsrelevante Anwesenheitspflicht. Dennoch kursieren in vielen Seminaren Anwesenheitslisten, bei mehr als zwei bis drei Fehltagen fordern Dozierende häufig Ersatzleistungen. Doch diese sind unrechtmäßig und haben keine Auswirkungen auf das Bestehen von Seminaren und Prüfungen. Trotzdem drohen Dozierende mit dem Nichtbestehen der Prüfungen, wenn Studierende die Ersatzleistungen nicht erbringen. Für uns ist klar, dass Anwesenheitslisten ein selbstbestimmtes Studieren behindern und verschiedene Lebenssituationen von Studierenden – Studieren mit Kind, Studieren mit Nebenjob oder Beeinträchtigungen etc. – ausblenden. Deshalb haben wir das Fundbüro für Anwesenheitslisten, das ihr im AStA-Büro findet, mitinitiiert. Wir lehnen die Kontrolle körperlicher Anwesenheit ab und kämpfen weiterhin für ein selbstbestimmtes Studium!

Kritische Wissenschaft
Die Uni in ihrer jetzigen Form verhindert kritisches Denken und selbstbestimmtes Lernen. Die vielen Klausuren vermitteln uns den Eindruck, dass Wissen etwas ist, das man bloß auswendig und reproduzieren können muss. Durch den permanenten Druck, Credit-Points zu sammeln, bleibt für die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema kaum noch Zeit. Und an der Gestaltung von Lehrveranstaltungen werden Studierende kaum beteiligt.
Die Uni ist für uns ein Ort, an dem um gesellschaftlich vorherrschendes Wissen gerungen wird. Initiativen, wie die von Studierenden, die mehr Vielfalt in den Wirtschaftswissenschaften einfordern, zeigen, dass immer mehr Studierende nicht einfach schlucken wollen, was ihnen vorgesetzt wird. Auch wir setzten uns für pluralere und kritischere Lehrveranstaltungen ein und fordern eine Lehre, bei der die Selbstbestimmung von Studierenden an vorderster Stelle steht. Um kritische Inhalte zu fördern, organisieren wir außerdem regelmäßig Workshops und Diskussionsveranstaltungen.

Studentische Hilfskräfte
An der Universität Bremen werden knapp 2800 studentische Hilfskräfte beschäftigt und halten den universitären Betrieb am Laufen. Die meisten dieser Beschäftigungsverhältnisse reichen nicht zum Leben aus. Viele Jobs sind auf wenige Stunden pro Woche begrenzt und dauern meistens nur wenige Monate. Für Studierende, die wenig Geld haben, ist das äußerst prekär. Ein Großteil der studentischen Hilfskräfte hat kurze Verträge von 2-6 Monaten und arbeitet 2-8 Stunden pro Woche. Arbeit muss im Krankheitsfall nachgeholt werden, Urlaub wird nicht gewährleistet und die Stundenberechnung an sich ist intransparent. Teilweise gibt es Fälle, in denen geleistete Arbeit nicht bezahlt wird, weil Stundenzettel nicht eingereicht wurden. Die Vor- und Nachbereitungszeit von Tutorien wird dabei oftmals wohlwollend übersehen. Urlaub gibt es nur nach dem Mindesturlaubsgesetz, also höchstens läppische 24 Tage.
Wir kämpfen dafür, dass sich die Situation Studentischer Hilfskräfte verbessert. Bessere Arbeitsbedingungen, transparente Stellenausschreibungen und perspektivisch ein Tarifvertrag müssen her.

Studienhonorar
Statt eines unzureichenden BAföG, das ihr zur Hälfte wieder zurückzahlen müsst, fordern wir ein bundesweites Studienhonorar. Das ist quasi ein Ausbildungsgehalt für Studierende und hätte viele Vorteile: Weniger Stress im Studium, da mögliche Nebenjobs wegfallen. Weniger Leistungsdruck, da die leistungsbezogenen BAföG-Kriterien wegfallen. Weniger Stress mit euren Eltern, da das Honorar elternunabhängig gezahlt wird. Und vor allem auch weniger Zukunftsangst, da ihr euch nicht durchs Studieren verschuldet – so wie es beim BAföG der Fall ist.